Die Bedeutung von Partnern bei sexuellen Funktionsstörungen

PartnerschaftSexuelle Funktionsstörungen sind für Mann und Frau gleichermaßen unangenehm. Niemand spricht wirklich gerne darüber. Man fühlt sich nicht vollwertig, hat Angst vor Ausgrenzung und Zurückweisung, fürchtet, sich der Lächerlichkeit preiszugeben. So verständlich all diese Denkweisen natürlich sind, darf dieses falsche Schamgefühl aber nicht die Oberhand gewinnen. Die Folgen, die daraus entstehen können, sind fatal. Die Störungen bleiben unbehandelt, man igelt sich ein, wird von Selbstzweifeln geplagt und steht am Ende vielleicht sogar vor den Trümmern einer ehemals harmonischen Beziehung. In vielen Fällen wird unterschätzt, welch eminent wichtige Rolle der eigene Partner in so einer Situation spielen kann und auch spielen muss.

Was genau sind sexuelle Funktionsstörungen?

Sexuelle Funktionsstörungen können sich bei Männern und Frauen auf verschiedene Art bemerkbar machen. Bei Frauen kann beispielsweise eine generelle Unlust auf Sex vorliegen. Außerdem kann der Gedanke an Sex Unbehagen auslösen, der Akt selbst sogar Schmerzen verursachen. Außerdem kann es zu Orgasmusschwierigkeiten kommen. Die Gründe hierfür können sowohl psychischer als auch hormoneller Natur sein.

Beim Mann gibt es ebenfalls mehrere Formen der sexuellen Funktionsstörung. Eine davon ist die Erektionsstörung, auch Erektile Dysfunktion genannt. Hierbei kann der Mann entweder gar keine oder keine ausreichende Erektion bekommen. Der Geschlechtsverkehr wird somit nur schwer oder gar nicht möglich. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Depressionen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Diabetes oder sogar gefährliche Durchblutungsstörungen können allesamt die Erektile Dysfunktion begünstigen. Bei jüngeren Männern liegen oft psychische Probleme verursacht durch Leistungsdruck oder Stress im Job vor. Die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern unter 60 Jahren ist der vorzeitige Samenerguss. Auch er kann psychische Gründe haben.

Wie werden diese Störungen behandelt?

Die Störungen können sowohl medikamentös als auch mithilfe von Gesprächstherapien bei Psychologen behandelt werden. Bei einer Erektionsstörung kommen in der Regel Medikamente wie etwa Viagra, Levitra, Cialis oder Spedra zum Einsatz. Sie alle setzen auf PDE-5-Hemmer, die dabei helfen, eine Erektion wieder zu ermöglichen. Verordnet werden sie vom behandelnden Arzt. Das Gleiche gilt für Priligy, welches beim vorzeitigen Samenerguss zum Einsatz kommt. Der Wirkstoff in Priligy heißt Dapoxetin und ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Damit sollen Männer ihre Ejakulation wieder kontrollieren können.

Die Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen bei Frauen sind dagegen eine härtere Nuss. Mit Spannung erwartet wird die Einführung von Lybrido, einem Medikament, das die Ausschüttung von Dopamin erhöhen, somit Blockaden lösen und die Lust auf Sex steigern soll. Auf dem Markt gibt es ebenfalls Lovegra. In diesem Präparat ist der gleiche Wirkstoff wie in Viagra enthalten (Sildenafil). Es soll die Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane verbessern.

Warum der Partner so wichtig ist

In einer harmonischen Partnerschaft herrschen Geborgenheit, Vertrauen, Nähe. Daher kann der Partner des Betroffenen quasi zum Therapeuten, zum wichtigsten Ansprechpartner werden, bei dem er sich immer wieder fallenlassen kann. Hat sich der Partner einmal geöffnet, kann man gemeinsam weitere Behandlungswege besprechen. Möglicherweise kann der Partner sogar den letzten Impuls für einen Arztbesuch geben.